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| 27.04.2025

Psoriasis: Entstehung, genetischer Hintergrund und kosmetische Optionen

Was ist Psoriasis?

Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronisch-entzรผndliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Typisch sind stark gerรถtete, verdickte, schuppende Hautareale, die durch eine massiv beschleunigte Zellneubildung der Epidermis entstehen. Wรคhrend sich gesunde Haut etwa alle 28 Tage erneuert, geschieht dies bei Psoriasis innerhalb von nur 4 bis 7 Tagen. Diese รผbermรครŸige Zellproduktion fรผhrt zu einer gestรถrten Hautbarriere, Schuppenbildung und entzรผndlichen Prozessen.

Entstehung: Autoimmunprozess und Triggerfaktoren

Psoriasis wird heute als Autoimmunerkrankung eingestuft. Das kรถrpereigene Immunsystem richtet sich fehlgeleitet gegen gesunde Hautzellen. Es schรผttet entzรผndungsfรถrdernde Botenstoffe (z.B. TNF-ฮฑ, Interleukine) aus, die eine Kaskade von Entzรผndungsreaktionen und eine รœberproduktion von Hautzellen auslรถsen.

Typische Triggerfaktoren sind:

  • Infektionen (z.B. Streptokokken bei Psoriasis guttata)
  • Mechanische Reize (z.B. Kratzen, Druck โ€“ Kรถbner-Phรคnomen)
  • Medikamente (z.B. Betablocker, Lithium)
  • Stress (starker Einfluss auf Schรผbe)
  • Hormonelle Verรคnderungen (Pubertรคt, Menopause)
  • Kรคlte und trockene Luft (winterliche Verschlechterung)

Diese รคuรŸeren Reize kรถnnen bestehende Schรผbe verschรคrfen oder eine Erstmanifestation auslรถsen.

Genetischer Hintergrund

Psoriasis hat eine starke genetische Komponente: Rund 30โ€“50% der Patienten berichten รผber eine familiรคre Hรคufung. Bestimmte genetische Marker erhรถhen das Risiko, an Psoriasis zu erkranken.

Bedeutende genetische Marker:

  • HLA-Cw6: Stรคrkste Assoziation mit Psoriasis vulgaris.
  • IL12B und IL23R: Steuerung von Entzรผndungsprozessen.
  • LCE3B/LCE3C Deletion: Beeintrรคchtigte Hautbarrierereparatur.
  • TNFAIP3 und TNIP1: Kontrolle entzรผndlicher Reaktionen.

Die genetische Disposition allein fรผhrt jedoch nicht zwangslรคufig zur Erkrankung. Umweltfaktoren und Trigger spielen eine entscheidende Rolle fรผr den Krankheitsausbruch.

Diagnose und Primรคrtherapie

Die Diagnose und die Primรคrtherapie der Psoriasis gehรถren immer in die Hรคnde eines Dermatologen.
Nur der Arzt kann die Erkrankung sicher diagnostizieren und notwendige medizinische Behandlungsstrategien (z.B. topische Immunmodulatoren, Phototherapie oder systemische Biologika) einleiten.

Die kosmetische Pflege spielt jedoch eine bedeutende unterstรผtzende Rolle:

  • Stabilisierung der Hautbarriere
  • Reduktion von Reizungen und Entzรผndungen
  • Prรคvention von neuen Schรผben
  • Verbesserung der Lebensqualitรคt

Kosmetische Optionen bei Psoriasis

1. Mikrobiomaufbau und hautidentische Pflege

Bei Psoriasis ist das Hautmikrobiom hรคufig erheblich gestรถrt. Ein intaktes Mikrobiom unterstรผtzt:

  • die natรผrliche Abwehrfunktion der Haut,
  • die Reduktion entzรผndlicher Prozesse,
  • die Stabilisierung der Barriere.

Optimale Basis fรผr eine hautidentische Pflege:

  • Sehr hohe Reinheit an Phosphatidylcholin (>90%) als strukturgebende Grundlage fรผr die Hautbarriere.
  • Komplette Bandbreite an Ceramiden (Ceramide 1, 2, 3, 6-II etc.), um die natรผrliche Zusammensetzung der Hautlipidmatrix authentisch zu rekonstruieren.
  • Keine klassische Lecithinbasis, da diese oft ungenau zusammengesetzt und weniger hautรคhnlich ist.

Zusรคtzlich sinnvoll:

Kombination der Basis mit epigenetisch wirksamen Wirkstoffen wie:

  • Defensilยฎ (entzรผndungshemmend, barriereprotektiv),
  • Madecassoside (regenerierend, entzรผndungsmodulierend).

Studien der Wirkstoffhersteller zeigen, dass diese Substanzen Entzรผndungsschรผbe signifikant reduzieren und die Hautregeneration fรถrdern kรถnnen.

2. Wirkstoffe zur Hautberuhigung

Kosmetische Pflege bei Psoriasis verfolgt das Ziel, die Haut nachhaltig zu beruhigen, die Barriere zu stabilisieren und Juckreiz zu mindern.

Geeignete MaรŸnahmen umfassen:

  • Entzรผndungshemmung,
  • Zellstressreduktion,
  • Barrierestรคrkung.

Wichtige Wirkstoffe sind u.a. Panthenol, Ectoin, Beta-Glucan, Squalan, Defensilยฎ und Niacinamid.

3. Fruchtsรคureprรคparate: AHA vs. BHA bei Psoriasis

Eine gezielte Schuppenlรถsung ist essenziell, um Entzรผndungen und Mikrotraumata zu reduzieren.

Empfohlener Ansatz:

  • BHA (Salicylsรคure) wirkt keratolytisch (schuppenlรถsend) an der Hautoberflรคche und leicht entzรผndungshemmend. Sie dringt lipophil in die Poren ein, ohne die empfindliche Haut unnรถtig zu reizen.
  • 2% Salicylsรคure ist optimal geeignet, um Hyperkeratosen bei Psoriasis schonend zu lรถsen und die Hautstruktur zu verbessern.

AHA-Sรคuren (z.B. Glykolsรคure, Milchsรคure) sollten hingegen bei Psoriasis vermieden werden:

  • Aufgrund ihrer kleinen MolekรผlgrรถรŸe dringen AHA-Sรคuren tief in die Haut ein und kรถnnen bestehende Entzรผndungen verstรคrken und die Hautbarriere zusรคtzlich schwรคchen.

Schlussfolgerung

Psoriasis ist eine komplexe Erkrankung, deren Management eine enge Zusammenarbeit von Medizin und Kosmetik erfordert.

Wรคhrend die medizinische Primรคrtherapie durch den Dermatologen erfolgt, kann eine begleitende, mikrobiomstabilisierende, barriereaufbauende Kosmetik erheblich zur Symptomlinderung und Lebensqualitรคtsverbesserung beitragen.

Die Zukunft der kosmetischen Begleittherapie liegt in hautidentischen Pflegekonzepten mit hochreinem Phosphatidylcholin, vollstรคndigem Ceramidprofil und epigenetisch aktiven Wirkstoffen.
Eine sanfte, gezielte Schuppenlรถsung mittels BHA rundet ein professionelles Pflegekonzept bei Psoriasis ab.

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